
v.l.n.r.: Nicole Bauer (Kreisrätin und Kandidatin), Sebastian Beer (Stadtratskandidat), Christian Knödel (Stadtratskandidat), Svenja Hahn, Jürgen Wachter (Stadtrat und OB-Kandidat), Kirstin Sauter (Stadträtin und Kandidatin), Norbert Eglhuber (Landratskandidat), Tobias Sittenauer (Kreistagskandidat)
Zu einem Diskussionsabend über die Zukunft Europas und die Folgen für die Region luden die FDP Landshut-Stadt und Landshut-Land am Donnerstag, 26. Februar 2026, in das „Zollhaus“ ein. Ehrengast war Svenja Hahn, Mitglied des Europäischen Parlaments und Präsidentin der ALDE-Partei. Oberbürgermeisterkandidat Jürgen Wachter und Landratskandidat Norbert Eglhuber schlugen die Brücke zur lokalen Wirtschaft in Niederbayern.
Deutschland muss seine Hausaufgaben machen
Hahn sah Europa und besonders Deutschland an einem Wendepunkt. „Deutschland muss seine Hausaufgaben machen, um im europäischen Wettbewerb wieder mithalten zu können“, so Hahn. Größte Baustellen seien die Reform der Sozialversicherungssysteme, niedrigere Lohnnebenkosten und konsequenter Bürokratieabbau. Sie warnte: „Frankreich ist das beste Beispiel dafür, wohin wir steuern, wenn unsere Regierung so weitermacht wie bisher. Uns stehen harte Jahre bevor, und ohne radikale Maßnahmen werden sie nur noch härter.“
Billigimporte, Zoll und Eigenverantwortung
Zentrales Thema war der Schutz heimischer Verbraucher und Unternehmen vor Billigimporten von Plattformen wie Temu oder Shein. Hahn kritisierte mangelnde Kontrollen bei Chemikalien in Spielzeug und Kleidung und forderte einen digitalen Zoll nach norwegischem Vorbild. Zum Verhältnis von Staat und Bürger sagte sie: „Ein Staat, der immer mehr reguliert, misstraut seinen Bürgern. Letztlich führt dies dazu, dass die Bürger dem Staat misstrauen.“ Die FDP/ALDE-Fraktion im EU-Parlament hat deshalb eine Liste von Gesetzen erarbeitet, die überarbeitet oder gestrichen werden sollen.
Was das für die Region Landshut bedeutet
Brisant sei das sogenannte „Automotive Package“: Es setze die Automobilbranche unter erheblichen Transformationsdruck, ohne Planungssicherheit zu geben. „Ohne verlässliche Förderinstrumente, Technologieoffenheit und realistische Übergangsfristen drohen Wertschöpfung und qualifizierte Arbeitsplätze in der Region nachhaltig unter Druck zu geraten“, warnte Eglhuber. Wachter forderte Erleichterungen bei der Vergabe öffentlicher Leistungen: „Dass beispielsweise für das Schulessen dieselben bürokratischen Hürden wie für Großprojekte gelten, ist schlichtweg Unsinn, der dringend beendet werden muss, um pragmatische Lösungen vor Ort zu ermöglichen.“
